|
Die Evangelische Kirche Obbach |
|||
|
Haupt- |
|
Nachdem die alte, aus
dem 13. Jahrhundert stammende Kirche baufällig geworden war,
konnte die neue Obbacher Kirche im 18. Jahrhundert neu gebaut werden. |
|
|
Schlichter Barock |
|
Die Obbacher Kirche ist in schlichtem evangelischem Barock erbaut und für ein kleines Dorf wie Obbach von stattlicher Größe. Jahrzehntelang blieb die Kirche im Inneren roh stehen. Erst 1828 wurden größere Verschönerungsarbeiten an Kanzel, Emporen und Stuck durchgeführt sowie die Wände gestrichen. |
|
|
Taufstein von 1591 |
|
Eine kleine Kostbarkeit ist der Taufstein von 1591. Er stammt noch aus der alten Kirche, die über 500 Jahre lang an der selben Stelle gestanden hatte und baufällig und zu klein geworden war. Der Taufstein im Spätrenaissance-Stil gearbeitet. Typisch dafür ist der Rückgriff auf Elemente aus der Natur. So hat das Taufbecken die Form eines Blütenkelches. Am Fuß des Steines (unter dem Wappen der Familie von Seckendorf) sind wahrscheinlich Wasserwellen angedeutet. 1991 hat die Kirchengemeinde am 6. Sonntag nach Trinitatis - dem sogenannten "Taufsonntag" - den 400. Geburtstag des Taufsteins gefeiert. Viele Kinder haben mitgefeiert und zu Beginn des Gottesdienstes den Taufstein geschmückt. Zwei Kinder wurden damals am Taufstein getauft. |
|
|
Altar von 1964 |
|
1964 wurde eine umfassende Renovierung
durchgeführt, bei der leider stark in die Innenarchitektur der Kirche
eingegriffen wurde. Am schwerwiegendsten ist zweierlei anzusehen: Das alte Gestühl wurde durch durchgehende Bankreihen ersetzt und damit der Mittelgang entfernt; der barocke Altar wich einem nüchternen Altar, was den ganzen Altarraum verändert hat. Trotzdem hat die Kirche noch immer eine stimmige Ausstrahlung. |
|
|
Lesepult mit Christus und den vier Evangelisten |
|
Inge Zimmermann (damals
Holzschnitzschule Bischofsheim/Rhön) hat das Lesepult aus Eichenholz
geschaffen. In der Mitte der Ansichtsseite ist Christus dargestellt. Die Arme weit ausgebreitet erscheint er als der Auferstandene und zugleich als der segnende Christus, der alle einlädt. Um Christus herum sind die vier Evangelisten mit ihren vier typischen Symbolen angeordnet. Sie berichten in ihren Evangelien von ihm - von seinem Leben, Sterben und Auferstehen. Eine Darstellung, die man häufiger an Lesepulten findet; an ihnen wird im Gottesdienst das Evangelium verlesen. |
|
| Altarkreuz |
|
Aus Lindenholz ist das Altarkreuz, das auch seit der Renovierung von 1964 zur Einrichtung der Kirche gehört. | |
|
Allianzwappen
über dem hinteren Eingang der Kirche |
|
Die Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Obbach ist eine der wenigen Gemeinden in Bayern, die noch
einen Patron hat.
Seit dem Kauf des Obbacher Schlosses im Jahre 1924 übt Familie Schäfer das Patronat aus.
|
|
|
Außen- renovierung |
|
Nach der statische Sanierung
der Kirche von 1994 konnte 1998 endlich mit der Außenrenovierung der
Kirche begonnen werden .
|
|
|
Die dritte Orgel |
|
Eine wechselvolle Geschichte
hat die Obbacher Orgel. Bereits zehn Jahre nach dem Kirchenneubau konnte die Kirche im Jahre 1777 mit einer Orgel ausgestattet werden. Dies war umso bemerkenswerter, als die Ausstattung und Verschönerung des Kircheninneren (Altar, Kanzel, Stuck und Anstrich) bis 1828 warten mussten. Offenkundig lagen dem Pfarrer, der Gemeinde und der Bobenhausen'schen Familie die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste sehr am Herzen. |
|
|
|
Die erste Orgel war ein Werk
des Schweinfurter Orgelbaumeister Johann Michael Voit und wurde
wahrscheinlich vornehmlich von der Schlossherrschaft finanziert. Das
wertvolle barocke Orgelprospekt wurde vermutlich von der politischen
Gemeinde und von der Kirchenstiftung je zur Hälfte bezahlt.
Im ersten Weltkrieg mussten viele Orgelpfeifen (aus Zinn) ausgebaut und für militärische Zwecke abgeliefert werden. Da im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte immer wieder größere Reparaturen vorgenommen werden mussten, entstand der Wunsch nach einer neuen Orgel. Sie wurde 1920/21 von der "G .F. Steinmeyer Co. Kgl. Bayer. Hof-Orgel- & Harmoniumfabrik Oettingen in Bayern" als zweimanualige Orgel (mit pneumatischer Traktur als der neuen Technik) hergestellt. Weil in der Nachkriegszeit das nötige Zinn knapp und teuer war, wurden die metallenen Pfeifen nur aus Zinkblech gearbeitet. Bereits 60 Jahre später war die moderne Orgel in einem desolaten Zustand. Die neue Technik (das pneumatische System) hatte sich als sehr anfällig erwiesen. Das ganze Material zeigte sich als minderwertig. Weil die Orgel ständig repariert werden musste, wurde ein Neubau geplant. Die dritte Orgel wurde
1972/73 von der Orgelbauwerkstatt Hoffmann (Ostheim v. d. Rhön) gebaut -
nun wieder mit mechanischer Traktur und unter Rückgriff auf die
Disposition der alten Voit'schen Orgel. Bis heute leistet die "dritte Orgel" gute Dienste, ist nicht reparaturanfällig und kann als eine der guten Orgeln in den Dorfgemeinden des Dekanats eingestuft werden. Der barocke Orgelprospekt (Gehäuse) der Voit'schen Orgel konnte.
|
||
| Die Schnecke |
|
Die aufstrebenden Dachgesimse des westlichen Giebels enden in zwei "Schnecken" aus Sandstein. | |
| Die Lutherrose |
|
Auf der großen Glocke, 1950 gestiftet von Patron Georg Schäfer anlässlich des 25. Todestages seines Vaters Geheimrat Georg Schäfer, befindet sich eine Lutherrose sowie die Aufschrift "Ein feste Burg ist unser Gott". | |
|
Der letzte Teil Außenrenovierung der Kirche
wurde ab September 2002 durchgeführt. >>> Hier finden Sie etliche Fotos aus der Bauphase. |
|||
|
Die Kirche ist auf der Fahne
der Freiwilligen Feuerwehr Obbach kunstvoll gestickt dargestellt.
|
||